Fütterungsverbot für Tauben

Die Erna-Graff-Stiftung

finanziert und unterstützt eine Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen ein Fütterungsverbot für Tauben, das grundsätzliche Bedeutung hat.

Wie ist der aktuelle Prozessstand?

Momentan warten wir auf die mündliche Verhandlung vor dem VG Kassel, die wir ursprünglich für das erste Quartal 2020 erwartet haben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde allerdings auch der Gerichtsprozess deutlich beeinträchtigt. Wir rechnen aber noch mit einer Verhandlung in diesem Jahr. Hier müssen etliche Beweisfragen geklärt und veraltete Ansichten widerlegt werden. Insbesondere gilt es zu klären, dass von Tauben keine und vor allem keine größeren Gesundheitsgefahren ausgehen als von anderen Vogelarten. Des Weiteren muss auch belegt werden, dass die durch Kot herbeigeführten Verschmutzungen ohne viel Aufwand zu beseitigen und durch richtige Fütterung zu vermeiden sind. Diese Fragen müssen durch vor Gericht zulässige Beweismittel beantwortet werden. Eine große Rolle spielen hierbei wissenschaftliche Gutachten.

Hintergrundinformationen zum Prozess gegen das Fütterungsverbot für Tauben?

Stadttauben werden in Deutschland vielfach als Problem angesehen, weshalb in einigen Städten Taubenfütterungsverbote erlassen wurden, um der vermeintlichen Plage Herr zu werden. Dieser zwangsweise Fütterungsverzicht ist aus tierschützerischer Sicht nicht akzeptabel. Stadttauben entstammen zu fast 100 % privaten Züchtungen (-> siehe Stadttaube ist kein Wildvogel) und sind also Haustiere bzw. deren Abkömmlinge, die unbedingt auf die Fütterung durch Menschen angewiesen sind. Andernfalls sterben sie einen langwierigen und qualvollen Tod durch Verhungern. Hinzu kommt, dass die Fütterungsverbote ihren Zweck – die Bestandsminimierung – gar nicht erfüllen. Das zeigen Erfahrungen vieler Städte. Denn aufgrund der Züchtung brüten die Tauben auch bei Nahrungsknappheit und zeugen stetig weiter Nachkommen, auch im Winter, anders als ihre wilden Artgenossen. Diese Methode der Bestandsminimierung ist daher zum einen für die Tiere eine nicht hinnehmbare Qual, die ihnen der Mensch als Züchter „eingebrockt“ hat und zum anderen nicht einmal zielführend.

Umgang mit Tauben in Fulda

Auch die Stadt Fulda hatte sich seit einiger Zeit dem Thema „Tauben in der Stadt“ gewidmet, allerdings mit mäßigem bis keinem Erfolg. Nachdem man von der gezielten Tötung der Tiere – ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz – wieder absah, wurde eine an sich geeignete Maßnahme, der Bau eines Taubenhauses, in Angriff genommen. Grundsätzlich eine gute Idee, leider völlig falsch umgesetzt, da ein Taubenhaus außerhalb der Stadtgrenzen von standorttreuen Stadttauben nicht angenommen wird, sie nicht dorthin umsiedeln und sich somit der gewünschte Effekt nicht einstellt.

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Quelle: Internetseite der Erna-Graff-Stiftung
Foto im Beitrag von der großartigen Fotografin: Carmen Lindemann

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