Autor Thomas Bienbeck
Tierheilpraktiker bei PaNaHeCo

Weil unsere Tauben ein besseres Leben verdient haben!

1.Mose, Kapitel 8
Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus dem Kasten. Die kam zu ihm zur Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen und trug’s in ihrem Munde.

Heiligabend, Zeit für Besinnlichkeit, Zeit für Friede, Zeit, um die Gedanken kreisen zu lassen.

Vermehrt in der Weihnachtszeit, machen sich die Menschen Gedanken um den Frieden in der Welt und die Freiheit, die sie genießen. Symbol für Frieden und Freiheit, aber auch Hoffnung war von je her die Taube, selbst für Glück und Liebe darf sie symbolisch (in Form der Turteltaube) herhalten.

Umso trauriger, dass in der heutigen Zeit unsere wenigen Taubenarten in Deutschland von privaten Organisationen vor dem Menschen(alltag) geschützt werden müssen. Rede ich mit Papageienfreunden, höre ich oft, wie toll es doch wäre, wenn hier (wie in Australien) Papageien heimisch wären. Auf der anderen Seite, wenn ich sehe, wie die Kakadus Mülltonnen ausräumen und welche Schäden sie durch ihren Nagetrieb auch an Gebäuden anrichten, dann sind wir mit unseren Tauben doch wirklich gut dran.

Es widerspricht sich doch, für so viele gute Dinge im Leben die Taube als Symbol zu haben, sie dann aber in den Fußgängerzonen von Kindern jagen zu lassen, oder Nagelhindernisse auf Dächer anzubringen, um sie fern zu halten. Warum, fragt man sich, haben diese liebenswerten und friedfertigen Geschöpfe so eine schlechte Lobby?

Gerade unser Symbolbild der Liebe und des Friedens, die Turteltaube, sollte eigentlich einen großen Stellenwert für uns Menschen haben. Umso unverständlicher, dass der Vogel des Jahres 2020 stark gefährdet ist. Die Turteltaube mit ihrem unverwechselbar farbenfrohen Gefieder hat fast schon exotisch Züge. Als eine von fünf heimischen Taubenarten, ist sie sicher nicht weniger schützenswert als andere Vögel. Seit 1980 wurde diese Taubenart durch Menschenhand um fast 90 Prozent dezimiert, ganze Landstriche sind mittlerweile frei von Turteltauben.
Legale und illegale Jagd im Mittelmeerraum und starke Habitatveränderungen setzen unserer kleinsten Taube enorm zu. Ihre Vorliebe für Wildkräuter- und Baumsamen teilen nicht viele Menschen, gerade Landwirte wollen diese nicht auf ihren Feldern haben. Also musste sich die Turteltaube Alternativen suchen. Mit ihrem Ausweichen auf Sämereien aus landwirtschaftlichen Kulturen, macht sich die Turteltaube bei den Landwirten keine Freunde. Sind diese Sämereien sowieso keine echte Alternative in der wichtigen Zeit der Jungenaufzucht, weil Aufzucht und Aussaat zeitlich weit auseinander liegen.

Umso mehr freut es mich, der seine Tierheilpraktiker-Facharbeit zum Thema Taube schrieb, dass die TaubenUmschau sich die Unterstützung der Taubenhilfen im Land verschrieben hat. Ein Projekt, das ich gerne auch unterstütze, denn bei mir ist der Spatz in der Hand nicht lieber gesehen als die Taube auf dem Dach.

Wäre es nicht schön, wenn die Taube wieder ihren verdienten Wert als Liebesbotin und Friedenssymbol in unserer Gesellschaft erhalten und entsprechend gewürdigt würde?

Ihr Tierheilpraktiker Thomas Bienbeck
www.PaNaHeCo.de

Dann helfen sie uns, den Tauben zu helfen!

TaubenUmschau, weil unsere Tauben ein besseres Leben verdient haben!

1 Gedanke zu „Autor Thomas Bienbeck <br><small>Tierheilpraktiker bei PaNaHeCo</small>“

  1. Lieben Dank Thomas für diese Zeilen……ich hoffe sehr, dass endlich ein Umdenken erfolgt und Tauben nicht mehr verfolgt oder ausgehungert werden. Gerade die Stadttauben sind ja „Menschengemacht“ weil es ein „Sport“ ist sie weit entfernt von ihrem Zuhause bei Hitze Regen oder Wind auszusetzen, um sich dann einen Pokal ins Wohnzimmer zu stellen. Nicht wenige von diesen Tieren schaffen es nicht, weil ev. ein Raubvogel sie aus der Bahn bringt, oder es ihnen einfach zuviel abverlangt und sie kurz vor ihrem Zuhause scheitern.. Dann sind sie auf sich gestellt und manche schaffen es auch nicht……..

    Antworten

Schreiben Sie uns ...